Qualitätswanderweg Spessartbogen

Zu Fuß durch den Hessischen Spessart

Vom Jagdrevier zur Wanderregion

Wenn in Deutschland über den Spessart geredet wird, ist meist vom bayerischen Teil des Mittelgebirges die Rede. "Spessarträuber" sind dort heute nur noch vereinzelt unterwegs - und diese Ganoven üben ihre Schandtaten nur zu touristischen Zwecken aus. Früher war der Spessart das bevorzugte Jagdgebiet der Fürstbischöfe zu Mainz und Würzburg. Der Wildbestand im waldreichen Mittelgebirge war damals wie heute recht groß. Gerade die "Wildsauen" vermehren sich in den Wäldern des Spessarts sehr gut.

Apfelbaum in voller Blüte

Touristische Aufwertung des hessischen Kinzigtals

Um den hessischen Spessart und das hessische Kinzigtal überregional bekannt zu machen, wurde nun der "Qualitätswanderweg Spessartbogen" aus der Taufe gehoben. Durch die Lage unmittelbar vor den Toren des Rhein-Main-Ballungsgebietes ist die Region "Hessischer Spessart" für Wanderer, Wochenendausflügler und Kurzurlauber aus den Ballungszentren wie geschaffen. Die Spessart-Wanderregion ist leicht über die Autobahn A66 oder mit der Deutschen Bahn zu erreichen. Die Städte Gelnhausen und Steinau an der Straße im Kinzigtal können mit einem reichen kulturellen Angebot aufwarten, Bad Orb ist eine deutschlandweit bekannte Kurstadt. Der Spessartwald an sich ist eine Ort der Ruhe und ist zum Erholen und Wandern bestens geeignet.

Buchenwald im Herbst

Touristische Erschließung des Hessischen Spessarts

Am 11. Mai 2012 um 13 Uhr wurde der hessische Weitwanderweg Spessartbogen nach langer Vorbereitung offiziell eingeweiht. Die Feierlichkeiten fanden im Spessart-Kurstädtchen Bad Orb statt. Mit der offiziellen Einweihung des Spessartbogen-Wanderweges durch den hessischen Spessart, durch das Kinzigtal und dessen Seitentäler wird garantiert, dass die Wanderroute vollständig ausgeschildert wurde und sich in einem ordnungsgemäßes Zustand befindet. Etwa 2.000 Wegweiser-Auszeichnungsschildchen wurden entlang des Spessartbogens angebracht. Dazu Infotafeln sowie weitere Wegweiser und Hinweisschilder. Das Streckenprofil des Spessartbogens ist abschnittsweise als recht anspruchsvoll zu bezeichnen.

Erreichbarkeit des Spessartbogens

Die Autobahn A66 führt mitten durchs Kinzigtal. Die Spessartbogen-Wanderroute ist von den Bahnhöfen der Kinzigtal-Städte Schlüchtern, Bad Soden - Salmünster, Brüder-Grimm-Stadt Steinau an der Straße, Barbarossastadt Gelnhausen und Langenselbold über beschilderte Zubringerwege zu erreichen. Ebenso führen ordentliche Waldwege von angrenzenden Spessart-Gemeinden, des Kinzigtals und des Biebergrundes auf den Spessartbogen-Qualitätswanderweg.

Waldweg in Fichtenforst

Spessartbogen - kurze Wegbeschreibung

Der Spessartbogen startet in Langenselbold und führt durch die Seitentäler des hessischen Kinzigtals (Biebergrund, Bad Orb, Jossatal), um schließlich bei Schlüchtern, ins Kinzigtal zurückkehrend, zu enden. Die Schwierigkeit entlang des Spessartbogens ist, die gesamte Tour abwechslungsreich zu halten, wie Wald- und Kulturlandschaften im Wechsel, mit schönen Aussichten und Wegpunkten zwischendurch. Der Spessartbogen besitzt eine Gesamtlänge von etwa 85 Kilometer. Ein Highlight entlang des Weges ist, dass der Spessartbogen etwa auf halber Strecke mitten durch die Altstadtgassen der Kurstadt Bad Orb führt.

Alte Handelswege im Hessischen und Bayerischen Spessart

Als Wanderwege durch den Hessischen und Bayerischen Spessart waren bisher nur der "Salzhandelsroute Eselsweg", die "Spessartquerung Birkenhainer Straße" und "die Spessartwege 1 und 2" bekannt. Alle Wanderwege durch den Hessischen und Bayerischen Spessart sind sehr zu empfehlen. Der Spessartweg 1 führt von Gemünden nach Aschaffenburg (Unterfranken in Bayern). Der Spessartweg 2 führt von Stadtprozelten nach Heigenbrücken (ebenfalls Unterfranken in Bayern). Der alte Salz-Handelsweg "Eselsweg" führt von Schlüchtern im hessischen Bergwinkel durch den Spessart bis nach Grossheubach im Landkreis Miltenberg in Unterfranken (Bayern). Die "Birkenhainer Straße", einst Handelsweg und Zugroute militärischer Einheiten, führt von Hanau in Hessen durch den nordwestlichen Teil des Spessart-Mittelgebirges bis nach Gemünden in Unterfranken (Bayern).

Hirsch und Hirschkuh

Unberührte Wirtschaftswälder

Profitiert vom bisherigen "Dornröschenschlaf" des hessischen Spessarts hat eindeutig die Natur. Fast ungestört konnte sich die Tier- und Pflanzenwelt in der Kernzone des hessisch-bayerischen Mittelgebirges entwickeln, obwohl der Baumbestand von der staatlichen und privaten Forstwirtschaft als Wirtschaftswald genutzt wird. Einige seltene Vogel- und Säugetierarten konnten sich ihr Refugium im Spessartwald erhalten. Einst war der Spessart überwiegend mit Buchen bestanden. Aus wirtschaftlichen Gründen wurden im Spessart massenhaft Fichten gepflanzt. Heute findet ein langfristiger Waldumbau zu einem widerstandfähigen und gesunden Mischwald statt.

Einsamer Einsiedlerhof in der Kulturlandschaft

Die Wegpunkte entlang des Spessartbogens

Langenselbold | Oberrodenbach | Neuses im Freigericht | Horbach im Freigericht | Waldrode | Geislitz | Eidengesäß | Breitenborn | Lanzingen im Biebergrund| Kassel im Biebergrund | Bad Orb | Sölchesweiher | Merneser Heiligen | Mernes | Marjoß | Rohrbacher Tal | Naturschutzgebiet Ratzerod | Willingsgrundweiher | Sinntal-Weiperz | Parkplatz Bernhardswald Schlüchtern-Hohenzell | Mauerwiesen Schlüchtern

Die offizielle Website zum Spessartbogen ist unter www.spessartbogen.de zu erreichen!